Wiederverwendung in der Gastronomie: mehr oder weniger Arbeit für die Teams?

Réemploi en restauration : plus ou moins de travail pour les équipes ?

Das ist die Art von Frage, die an einem Dienstag mitten im laufenden Betrieb aufkommt.

Der Restaurantleiter eines großen Hotels erhält eine E-Mail zum AGEC-Gesetz. Wiederverwendbares Geschirr, Pfandsystem – die Umstellung steht an. Und er denkt dasselbe wie alle anderen: noch eine zusätzliche Aufgabe für das Team.

Das können wir verstehen ... Wir wollten dem Thema auf den Grund gehen und herausfinden, ob tatsächlich mehr Arbeit auf die Teams zukommt. Die Antwort ist interessanter als ein einfaches Ja.

Was sich im Alltag wirklich ändert

Konkret kommen durch die Wiederverwendung drei Handgriffe hinzu: spülen (oder spülen lassen), lagern und Rückläufe nachverfolgen. Das ist natürlich nicht nichts! Aber es ist auch nicht der Umbruch, den man sich vorstellt.

Gilles Le Bot, der Mamie Lucienne in Paris leitet, stieg bereits 2018 auf Pfandgläser um. Er sagt ganz offen: „Das bedeutet zusätzliche Logistik und betrieblichen Aufwand, zumal man all diese Gläser verstauen muss. Aber die Umstellung ist recht einfach, verursacht keine Mehrkosten und wird durch ein verantwortungsbewussteres Verhalten belohnt. Intern finden das alle gut.“ (L'Hôtellerie Restauration)

Bei Poké Bar klingt es ähnlich. Seit 2018 sind wiederverwendbare Schüsseln und Besteck in der Küche im Umlauf, und alles läuft bestens. Elodie Macquet, Mitgründerin, belohnt sogar jede verantwortungsbewusste Handlung der Kundinnen und Kunden mit einer eigenen Treuekarte.

Letztlich liegt der eigentliche Knackpunkt selten beim Team. Vielmehr müssen die Kundinnen und Kunden gut begleitet werden!

Mit anderen Worten: Es kommt zwar zusätzliche Arbeit hinzu, doch wenn genügend Platz vorhanden ist und die Abläufe stimmen, lässt sie sich problemlos bewältigen. Die eigentliche Herausforderung bei der Wiederverwendung ist nicht der Arbeitsaufwand, sondern die Rückführungslogistik.

Unsere Learnings bei Oé

Wir haben es selbst erlebt.

Zwischen Mai 2022 und Mai 2023 haben wir 29.646 Flaschen wiederverwendet und so 16,3 Tonnen Abfall vermieden. Die eigentliche Arbeit lag jedoch nicht in der Wiederholung des Handgriffs, sondern am Anfang: geeignete Spülbetriebe finden, die Flaschen vom Réseau Consigne zertifizieren lassen, die Abläufe organisieren und die Teams an eine neue Routine gewöhnen.

Ist diese Grundlage einmal geschaffen, läuft alles wie am Schnürchen. Wie jeder andere Ablauf, den wir bereits handhaben.

Deshalb haben wir auch die Kapsel von unseren Flaschen entfernt: ein Arbeitsschritt weniger beim Spülen, ein Handgriff weniger für alle. Gut durchdachte Wiederverwendung sorgt nicht einfach für mehr Arbeit, sondern nimmt sie dort weg, wo es möglich ist, und verlagert sie dorthin, wo sie nötig ist!

Also: mehr oder weniger Arbeit?

Letztlich lautet die richtige Frage nicht „mehr oder weniger?“, sondern „welche Arbeit – und zu welchem Zeitpunkt?“

Die Wiederverwendung bringt am Anfang mehr Aufwand mit sich: bei der Einführung, der Schulung und der Organisation. Sobald das System eingespielt ist, wird es einfacher. Bei Einwegverpackungen ist es umgekehrt: Anfangs muss nichts organisiert werden. Dafür quellen die Mülleimer über, die Einkaufskosten steigen und der ökologische Fußabdruck bleibt unverändert.

Für ein großes Hotel oder Restaurant, das bereits über Platz und Personal verfügt und daran gewöhnt ist, Behälter im Umlauf zu halten, ist Wiederverwendung kein Problem, das es zu lösen gilt. Sie bedeutet lediglich, eine weitere Logistik in die bestehenden Abläufe zu integrieren.